In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken, man jahrelang im Moos liegen könnte.

Franz Kafka

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Keine Ausweitung des Nutzungsverzichtes
in heimischen (Buchen)-Wäldern


Liebe Mitglieder und Freunde der ANW,

Ende letzten Jahres erarbeitete die ANW Landesgruppe Thüringen gemeinsam mit 12 weiteren Vereinen, Verbänden und Interessensgemeinschaften ein Positionspapier zur Versachlichung der aktuell auch in Thüringen laufenden Diskussionen um zusätzliche Waldflächen, die aus der forstlichen Nutzung genommen werden sollen.

Der Freistaat Thüringen hat sich bereits vor Jahren bereiterklärt, 25.000 ha Wald - vorrangig bzw. zu weit überwiegenden Teil Landeswald - aus der Nutzung zu nehmen und somit die Verpflichtungen aus der am 7. November 2007 verabschiedeten Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu erfüllen.
Auf Basis der Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2012 erfolgte noch eine nachträgliche Anpassung auf 26.500 Hektar, so dass tatsächlich 5 Prozent der Waldfläche Thüringens dauerhaft aus der forstlichen Nutzung genommen werden.

Auch die ANW Landesgruppe Thüringen unterstützt dies ausdrücklich!

Ungenutzte Wälder stellen nicht nur Refugien für eine Vielzahl von geschützten und oftmals vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten dar, sondern liefern mit ihrer ungestörten, natürlichen Entwicklung wichtige Erkenntnisse für eine nachhaltige, die vielfältigen ökologischen Aspekte berücksichtigende Waldbewirtschaftung.
Mit dem Nationalpark Hainich, den großflächigen Kernzonen der beiden Biosphärenreservate Rhön und Vessertal-Thüringer Wald und einer Vielzahl von großen und kleinen Naturschutzgebieten gibt es im Freistaat bereits heute viele Bereiche, in denen keine forstliche Nutzung mehr erfolgt.

Damit erfüllt der Freistaat Thüringen nach Ansicht der ANW und vieler anderen Vereine, Verbände und Interessensvertretungen seine Verpflichtungen im umfangreichen Maß.

Weitere, zusätzliche Stilllegungen gehen zu Lasten einer nachhaltigen Forstwirtschaft mit ihrem multifunktionalen Ansatz einschließ der nachhaltigen Entwicklung der ländlichen Räume in Thüringen.

Dies ist nicht das Ansinnen der ANW Thüringen, einem Verein, der entsprechend seiner Satzung § 2 - Aufgaben und Ziele in erster Linie eine nachhaltige Forstwirtschaft im Fokus hat. In diesem Paragraf heißt es:
  1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnittes "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung. Ziel des Vereins ist:
    1. Die Förderung des naturgemäßen und ökologischen Waldbaus und der Forstwissenschaft.
    2. Die Pflege und Weiterentwicklung einer Grundauffassung von Wald und Waldbehandlung, die im Gegensatz zum herkömmlichen Modell des Altersklassenwaldes an den Strukturen und Lebensläufen natürlicher Wälder orientiert ist und als Ziel einen vor allem ökologisch ausgerichteten Waldbau anstrebt. Aufbauend auf diesem Waldverständnis werden wesentliche Forderungen des Biotop- und Artenschutzes verwirklicht.
    3. Die forstliche Forstbildung und die Pflege des persönlichen Gedanken- und Erfahrungsaustausches.
    4. Die Erhaltung und Einrichtung von Beispielrevieren naturgemäßer Waldwirtschaft. Die dort gewonnenen Erkenntnisse sind der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Titelbild der Denkanstoesse


Aus diesem Grund hat sich die ANW Thüringen klar gegen eine weitere Stilllegung von Wäldern in Thüringen ausgesprochen und hat gemeinsam mit 12 weiteren Vereinen, Verbänden und Interessensvertretungen das Positionspapier "Keine Ausweitung des Nutzungsverzichtes in heimischen (Buchen)-Wäldern" erarbeitet.

Dieses auch als "Denkanstöße" bezeichnete Dokument wurde am 08. Dezember 2016 im Thüringer Landtag der Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, dem auch das Ressort Forsten zugeordnet ist, übergeben.


Das Papier als pdf-Datei zum Herunterladen:

» Positionspapier "Denkanstöße" als pdf-Datei (ca. 0,6 MB)

Foto von der Übergabe des Positionspapiers an die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller


Übergabe des Positionspapiers an die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller

(v.l.n.r.: Andreas Schiene (Bund Deutscher Forstleute, Landesverband Thüringen), Ingolf Profft (ANW Landesverband Thüringen), Birgit Keller (Ministerin), Wolfgang Heyn (Waldbesitzerverband für Thüringen e.V.), Jan Hassan (Deutsche Säge- und Holzindustrie))


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