Mitteilungen der Hochschulgruppe

Übersicht Wintersemester 21/22

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@anw_hochschulgruppe_erfurt

Exkursion am 26.02.2022

Am 26.02 besuchten wir Frank Günther welcher in der Nähe von Callenberg in Sachsen seit über 20 Jahren, Wald naturgemäß bewirtschaftet. Im Revier­teil Oberwald lag der thematische Fokus auf dem Wald­umbau von ehemals einschichtigen Fichten­forsten zu artenreichem, ungleich altem und heterogen strukturiertem Wald, der möglichst viele Wald­funktionen erfüllt. Auf großer Fläche war zu erkennen das die meist zweischichtigen Bestände zeitnah mehrschichtig werden.

Über die zielgerichtet ergriffenen Pflanz-, Pflege- und Durch­forstungs­maßnahmen wurde sich intensiv ausgetauscht sowie offen diskutiert. Besonders wurde die Bedeutung der Jagd, in ihrer konsequenten und wald­gerechten Umsetzung hervor­gehoben. Diese ist Grundlage für die zuvor besprochenen waldbaulichen Maßnahmen. Um klima­resiliente, nachhaltig wirtschaftlich nutzbare Wälder zu schaffen, müssen sich die Naturverjüngung und die horst- und truppweise eingebrachten Pflanzen divers sowie qualitativ nutzbar etablieren können. Dies wurde besonders bei den von Stürmen sowie Borkenkäfer betroffenen Flächen sichtbar. So standen auf den Schad­flächen schon viele junge Bäume unter­schied­lich­ster Arten in den Startlöchern, was zumindest tröstete da beinahe der gesamte Oberstand zum Opfer fiel. Folgend kann man von einer gewissen Risiko­streuung für die Zukunft sprechen, sodass auch in Folge der Auswirkungen des Klima­wandels möglichst große Anteile des Waldes bestehen bleiben.

Nachdem wir uns im Revierteil Remse-Waldenburg um die Mittagszeit stärkten, wurde am Nachmittag die Sortierung und Vermessung von Holzpoltern thematisiert. Später spazierten wir in das stadtnahe Vogel­schutz­gebiet und tauschten uns über die Besonderheiten sowie Herausforderungen aus. Die bunt gemischte Exkursions­gruppe konnte an diesem Tag einmal mehr erkennen, wie Natur­schutz und nachhaltiges Wirtschaften Hand in Hand gehen können und wie entscheidend dabei der „Standortfaktor“ Revier­förster sein kann.

Auszeichnungsübung am 02.02.2022

Bei der Auszeichnungs­übung haben wir in 2er Gruppen Flächen von ca. 0,3 ha ausgezeichnet und dies nachfolgend mit der Unter­stützung von Wolfgang Grade und Daniel Heinrich ausgewertet. So begründeten die einzelnen Gruppen ihr Vorgehen. Beachtet und diskutiert wurden unter anderem die Vitalität, Einzel­baum­stabilität, Baum­arten­mischung, und mögliche ökologische- und ökonomische Auswirkungen der getroffenen Entscheidungen.

Einführungsexkursion am 26.01.2022

Unsere diesjährige Einführungs­exkursion führte uns ins Revier Weimar zu Wolfgang Grade, welcher dieses Revier seit 30 Jahren natur­gemäß bewirtschaftet. Mit der Unterstützung von Daniel Heinrich wurden wir theoretisch in die Dauer­wald­bewirt­schaftung eingeführt. Wolfgang zeigte uns, wie er erfolgreich Fichten Alters­klassen­wälder hin zu Dauer­wald mit nach­weislich 20 Baumarten pro Hektar umgebaut hat. Durch eine rege Teilnahme von Studierenden aller Semester kam es zu einer lebhaften Diskussion über waldbaulich und jagdlich getroffene Maß­nahmen und zukünftige Ziele.

Spaziergang am 08.12.2021

Aufgrund von Corona wurden die Exkursionen der Hochschul­gruppe am Ende des Jahres abgesagt. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, unter Einhaltung aktueller Corona-Regeln, uns für Wald­spazier­gänge zu treffen. Der Spazier­gang führte uns nahe Blankenhain, wo wir in verschiedenen Beständen über wald­bauliche Zusammen­hänge und Strategien diskutierten.

Jahresüberblick 2020 der ANW Hochschulgruppe Thüringen

2020 war kein Jahr wie jedes andere. Dies bekamen wir als Hochschulgruppe der Thüringer ANW deutlich zu spüren. Doch obwohl uns die pandemiebedingten Einschränkungen mit reinem Onlinestudium und abgesagten Exkursionen zahlreiche Knüppel zwischen die Beine warfen, können wir positiv auf das vergangene Jahr zurückblicken. Wir als Hochschulgruppe haben ein weiteres Jahr gut überstanden, uns an der Fachhochschule Erfurt etabliert, spannende Exkursionen durchführen können und mit dem Akquirieren neuer Mitglieder das Fortbestehen unserer Gruppe gesichert. Darüber hinaus konnten wir die Kontakte zu den Hochschulgruppen in Tharandt, Eberswalde und Weihenstephan vertiefen, haben hier aber sicherlich noch Potenzial für die Zukunft.

Unser Alltag als Studierende war im vergangenen Jahr äußerst trist. Die Präsenzlehre wurde untersagt, wertvolle praktische Übungen und Exkursionen ersatzlos gestrichen und Monotonie bestimmte unser Onlinestudium vor dem Laptop. Eine willkommene Abwechslung stellten in diesem Zusammenhang die Exkursionen dar, die wir noch vor oder unter verschärften Auflagen während der Pandemie mit der ANW Hochschulgruppe organisieren konnten. Unsere erste Exkursion des Jahres führte uns zu Bernhard Zeiss in das Forstamt Jena-Holzland. Dort angekommen lotste uns Herr Zeiss zusammen mit zwei Revierleitern durch wunderschöne Waldbilder, wobei der thematische Schwerpunkt auf die Aufforstung von Kalamitätsflächen, Waldumbau und dem damit zusammenhängendem Wildtiermanagement gelegt wurde.

Unsere mehrtägige Jahresexkursion ging in diesem Jahr nach Rheinland-Pfalz, wo ein kontrastreiches Programm auf uns wartete. Den Anfang machte eine lehrreiche Waldführung mit Dr. Franz Straubinger, durch die Wälder der Hatzfeldt-Wildenburg‘schen Verwaltung. Thematisch lag der Fokus hier auf der Schaffung von Alleestrukturen entlang der Forstwege, dem Umbau von Fichten-Reinbeständen mit Tanne, Ausgleichsmaßnahmen und das Waldbaukonzept des Betriebes. Natürlich durfte auch eine Diskussion über die örtliche Jagdstrategie nicht fehlen.

Nach einer Übernachtung in der beeindruckenden Kulisse der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, fuhren wir in das Revier der Vorsitzenden der ANW Rheinland-Pfalz Anne Merg. Sie stellte uns ihre Zielstärkennutzung im Edellaubholz mit einem hohen Anteil an Eichen-Wertholz vor, zeigte uns einen Trimm-Dich-Pfad in ihrem Revier und erläuterte verschiedene Verfahren der Naturverjüngung. Dass die Bedeutung der Jagd in der eigenen Verantwortung elementar ist, wurde an diesem Tag deutlich. Das Revier von Frau Merg wird von der Kommune an Privatpersonen verpachtet. Die Pächter weigern sich jedoch, Rehwild auf Bewegungsjagden zu erlegen und die Abschusszahlen auf dem Einzelansitz zu steigern. Das führt in einem strukturreichen Wald mit einer hohen Äsungskapazität zu dem mehr oder weniger ruhmreichen Titel des Revieres, mit der höchsten Wilddichte Deutschlands. Bei einer Befliegung des Waldes wurde eine exorbitant hohe Rehwilddichte von 50 Stück auf 100ha festgestellt. Und tatsächlich konnten wir während unserer Exkursion am helllichten Tag eine zweistellige Anzahl Rehe in unserer unmittelbaren Umgebung begutachten. Dies zwingt Frau Merg dazu, dass sie die Naturverjüngung in ihrem Revier an vielen Stellen mit Hordengattern einzäunt, um die vorhandenen (dauerwaldähnlichen) Strukturen zu erhalten. Ein Zustand, welcher sicher nicht erstrebenswert ist und die örtliche Wirtschafterin auch nicht besonders glücklich macht.

Im Herbst konnten wir uns der Herbstexkursion der Thüringer ANW in den Forstbetrieb „Beichlinger Schmücke“ der Hatzfeldt-Wildenburg’schen Verwaltung anschließen, wo uns Herr Dr. Straubinger zusammen mit dem örtlichen Revierleiter Mario Schirmer zum Thema „Forstwirtschaft im Chaos des Klimawandels“ interessante Einblicke lieferte. Die Exkursion wurde außerdem genutzt, um die Kontakte zwischen uns Studierenden und der Landesgruppe Thüringen zu vertiefen.

Gern hätten wir noch mehr Exkursionen durchgeführt und besonders die Absage bereits geplanter Termine schmerzte uns sehr, aber die Umstände am Ende des Jahres ließen keine Ausflüge mit einer zweistelligen Personenzahl zu. Wir sind optimistisch, dass wir in diesem Jahr das Verpasste nachholen werden und für unsere Mitglieder ein vielfältiges, praxisnahes Programm erstellen können.

Für uns als Hochschulgruppe gab es im vergangenen Jahr immer wieder die Chance an Gruppenansitzen oder Drückjagden in Thüringer ANW Revieren teilzunehmen, was gerne von den Mitgliedern genutzt wurde. Auch im kommenden Jahr freuen wir uns über weitere Einladungen zur Jagd sehr. An dieser Stelle möchten wir uns bei der ANW Thüringen und bei allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern bedanken, welche sich im vergangenen Jahr Zeit genommen haben, uns einen Wissenszuwachs außerhalb der Lehrmeinung der Fachhochschule zu ermöglichen. Namentlich geht ein herzlicher Dank an unsere Ansprechpartner in der Thüringer ANW Wolfgang Grade und Daniel Heinrich, besonders für die gute Kommunikation unter erschwerten Bedingungen. Weiterhin möchten wir unseren Exkursionsführern im vergangenen Jahr Anne Merg, Bernhard Zeiss und Dr. Franz Straubinger noch einmal ausdrücklich danken.

Wir freuen uns auf das anstehende Jahr unter dem Dach der ANW Thüringen, in dem wir hoffentlich wieder häufiger zusammen im Wald stehen, lernen und diskutieren können. Wir als Hochschulgruppe sind optimistisch, voller Ideen und Tatendrang.

Eric Adler, Erik Günther und Moritz Ixas im Namen der ANW Hochschulgruppe Thüringen,